Pressespiegel 2009

Solinger Morgenpost, 13. Oktober 2009

Unter Goldgräbern und Westernhelden

(von Wolfgang Günther) Seit einigen Jahren stellt der Merscheider Männergesangverein seine Konzerte unter ein Motto. Er sang bereits für den Merscheider Fürsten, servierte Apfelwein im „Blauen Bock“ und nahm das Publikum im Gemeindesaal an der Mankhauser Straße mit an die Waterkant. Diesmal war Amerika das Thema, die Vereinigten Staaten zu Zeiten des Aufbruchs in den Westen. Dazu gibt es Experten in Solingen, den Westernclub „Rocky Mountains“, und der war mit seiner Square Dance-Gruppe auch kongenialer Partner für den Abend im Wilden Westen.
Der Club hat sein Vereinsheim in Pilghausen, von „Pilges Valley“ brachten sie auch viele Kostüme für die Sänger und Dekorationen für den Saal mit. Gemeinsam mit Iris Leßenich  verwandelten sie mit schönen Girlanden und Rosetten den nüchternen Gemeindesaal in einen Western-Saloon. Ein weiterer 1 Baustein für die entsprechende Atmosphäre waren die Auftritte von ‚ Detlev Möhring als „Schräger Deffe“, der Pianist machte mit seiner Musik am verstimmten Klavier das Bild eines Saloons perfekt.
Chorleiter Ralf Leßenich ist auch der Dirigent des Männerchors 1980, so ging ein Raunen durch das Publikum, als die Merscheider, verstärkt durch viele „Leihsänger“ zur passenden Filmmusik in den Saal einzogen. Sechs Monate wurde geprobt, das gewohnte Repertoire durch Spirituals und Westernlieder erweitert. Chormitglied Paul Heinrichs wurde bei den Liedern über den Fluss Mississippi begeistert gefeiert für sein Solo mit dem ergreifenden Song „Old Man River“ von Jerome Kern.

Es blieb friedlich im Salon
Auch zu den Tänzen des Westernclubs griff der Saloon-Pianist in die schrägen Tasten, der Chor wurde präzise von Maria Blank begleitet. Alles soll bei den Konzerten so authentisch wie möglich sein, darauf legt Ralf Leßenich großen Wert, so waren auch die Getränke servierenden Damen passend gekleidet, selbst Plakat und Eintrittskarte bildeten „Uncle Sam“ ab. Ein Medley bekannter Lieder wie „Darling Clementine“ und „Yellow Texas Rose“ bildete den Auftakt zum zweiten Konzertteil. Im Gegensatz zur Geschichte des Wilden Westens blieb es aber bei der friedlichen Begeisterung über Musik und Tanz im Merscheider Saloon, über Auseinandersetzungen oder gar Schlägereien ist nichts zu berichten.

 

Solinger Morgenpost, 14. September 2009

Sommerkonzert der romantischen Art

(von Wolfgang Günther) Wer den beliebten Solinger Tenor Uwe Buchmann in den letzten Monaten hören wollte, der musste schon auf Reisen gehen, denn dieser hat sich in seiner Heimatstadt etwas rar gemacht. Kein Wunder, dass sein Auftritt bei den „80ern“ für einen ausverkauften Saal im Helga-Leister-Haus sorgte.
Für stimmlichen Glanz standen nicht nur der Männerchor und der Tenor Garant, sondern auch der Singekreis Elz – ein Frauenchor, der schon seit seiner Gründung 1967 unter der Leitung von Waltraud Jung steht. Sie war auch brillante Begleiterin der Chöre und des Solisten am Flügel.
Der Männerchor gestaltete vor einer schönen bergischen Kulisse den Auftakt des begeisternden Konzerts, Vorsitzender Gerhard Rosencrantz hatte zu Beginn um Verständnis gebeten, „wir sind nicht komplett, einige Sänger sind noch in Urlaub.“

Ausgewogener Klang
Die Tenöre waren aber wohl alle da, denn dem Chorleiter Ralf Leßenich fiel es nicht schwer, seine 18 Sänger zu einem sehr ausgewogenen Klang zu animieren. Der Frauenchor war mit 35 Sängerinnen angereist und konnte für seine Anteile am Konzert viel Beifall verbuchen. Und mittendrin Uwe Buchmann, mal als bescheidenes Chormitglied und oft als hinreißender Solist. Seine Stimme ist noch reifer geworden, er kann sich deutlich auf sein stimmliches Fundament verlassen, und auch um die stabilen tenoralen Höhen muss sich der Zuhörer nicht sorgen.
Mit „Be my Love“ brachte Buchmann eine Hommage an den unvergessenen Filmtenor Mario Lanza. Das Konzert erfreute mit einem sehr vielseitigem Programm, Musik von der Romantik über die Operette bis zum Musical. Höhepunkt war ohne Zweifel der Abschluss mit beiden Chören, dem Solisten und einem Melodienreigen aus der Operette „Der Vogelhändler“ von Carl Zeller.
Uwe Buchmann hat die Rolle des Tiroler Vogelhändlers Adam schon auf der Bühne interpretiert, so konnte er stimmlich und darstellerisch glänzen. Einfach umwerfend sein Duett mit Chorleiter und Tenorkollege Ralf Leßenich als korruptes Professorenpaar. Der Jubel nahm kein Ende; beide Chöre sowie der Solist mussten jedenfalls einige Zugaben darbieten, ehe sich das absolut begeisterte Publikum beruhigt hatte.

 

Solinger Morgenpost, 05. Mai 2009

Ganz auf Filmmusik eingestellt

(von Sandra Heinzelberger) Man fühlte sich ein bisschen zurückversetzt ins Berlin der 20er und 30er Jahre. Mit langem schwarzen Kleid, Handschuhen und einem Hut mit kurzem Schleier verkörperte Kristina Linden nicht nur äusserlich die berühmte Zarah Leander. Mit ihrem charismatischen Auftritten und ihrer außergewöhnlichen Stimme ließ die Kölner Sängerin die schwedische Diva im Saal der Freien Evangelischen Gemeinde an der Oststraße regelrecht auferstehen.
Hierhin hatte der Männerchor 1980 Solingen nämlich zu seinem alljährlichen Solistenkonzert eingeladen. Unter dem Titel „Irgendwo auf der Welt…“ präsentierten Chor und Solisten die Musik beliebter Kinofilme.
Ganz aktuell startete der Männerchor 1980 mit „Can you feel the love tonight“ aus dem Disney-Film „König der Löwen“ in den Abend. Harmonisch das Solo, gesungen von Chorleiter Ralf Leßenich, der gleichzeitig noch den Chor dirigierte. „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ sangen die 80er in ihrem Medley aus dem Dschungelbuch zu. Natürlich durfte auch das Stück „Irgendwo auf der Welt“ aus dem 30er Jahre Film „Ein blonder Traum“ nicht fehlen und auch die Ohrwürmer „Ein Freund, ein guter Freund“ oder „Ich hab‘ dein Knie geseh‘ n“. Schwungvoll und mit viel Freude unternahm der Männerchor 1980 mit einem Querschnitt aus „My Fair Lady“ auch einen Ausflug in die Welt das Musicals.
Unterstützt wurden die Chorsänger dabei von Wolfgang Krupp. Der Bariton bedauerte mit viel Witz den „Muttersprachenmord“ und fragte auch den anwesenden Oberbürgermeister Haug „Kann eine Frau nicht sein, wie ein Mann?“. Spritzig und mit viel Esprit vorgetragen, nahm Wolfgang Krupp mit „Die Panne mit der Susanne“ oder „Ich wollt‘, ich wär ein Huhn“ das Publikum sofort gefangen. Charmant und mit ungeheurer Bühnenpräsenz brachte Krupp die Zuschauer immer wieder zum Lachen und setzte stimmungsvolle Höhepunkte.

Mit samtiger Stimme
„Nur nicht aus Liebe weinen“ dagegen empfahl Kristina Linden. Mit ihrer samtigen Stimme – gefühlvoll und doch energiegeladen – interpretierte sie die bekannten Leander-Lieder „Kann denn Liebe Sünde sein“ oder auch „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh‘ n“. Begleitet wurde sie von Thomas Guthoff am Klavier, der die Lieder auch selbst bearbeitet hat. Fröhlich ging es dann bei „Er heißt Waldemar“ zu, das Kristina Linden und die 80er gemeinsam mit viel Freude präsentierten.
So nahmen der Männerchor 1980 Solingen und die beiden herausragenden Solisten die Zuhörer mit auf eine Reise durch die Filmmusik. Das Publikum bedankte sich dafür mit begeistertem Applaus und erklatschte sich fünf Zugaben.

 

Solinger Morgenpost vom 07. April 2009

Kosaken aus Merscheid und Rebläuse aus Hübben

(wgü) Aus allen Hofschaften strebten die Besucher in den schnell ausverkauften Saal der Evangelischen Kirchengemeinde in Mankhausen zum Konzert des Merscheider Männergesangvereins. Kein Wunder, war doch die Liste der mitwirkenden Solisten und Chöre lang. Dass es sich hier ausschließlich um die Mitglieder des Chores handelte, die sich in viele Ensembles und Solisten aufteilten, das erregte zunehmend Bewunderung im Saal.
Das Motto „Fröhlich eingeschenkt“ erinnerte an die legendäre TV-Sendung „Im Blauen Bock“ mit Wirtin Lia Wöhr und Kellner Heinz Schenk, auf den Tischen stand natürlich Äppelwoi. Iris Leßenich hatte mit vielen hilfreichen Händen aus dem nüchternen Saal eine gemütliche Hofschaft gezaubert, nach dem Auftaktlied „Im Fürstentum, beim MGV, da lass dich ruhig nieder“ gastierte der „Merscheider Staatsopernchor“. Das war der erste Leistungsbeweis des Männerchors, denn der Strauß-Walzer „An der schönen blauen Donau“ fordert fein abgestimmte Sangeskunst. Schnell umgezogen, begeisterte auch der Auftritt des „Dahlerfelder Bergsteigerchors“ in passendem Outfit und die „Merscheider Hofsänger“ machten ihrem Fürsten alle Ehre.
Über die gastierenden Solisten war das Publikum hellauf begeistert. Iris Leßenich löste mit einem kongenial interpretierten Lied der unvergessenen Alexandra Gänsehaut aus, Rainer Hellmann sang Lieder von Freddy Quinn, und Andreas Stephan hatte mit den „Babysitter Boogie“ die Lacher auf seiner Seite. Der Vorsitzende Stefan Wassermann holte mit Perücke und Brille Heino aus der Versenkung, und sogar Peter Alexander kam zu seinem Auftritt. Abseits aller Parodien waren die Lieder der „Kallbacken“. Die Herren singen sonst in Mundart, diesmal kamen die 12 Sänger als Kosakenchor daher und stellten mit ihrem authentischen Gesang manchen echten Kosakenchor in den Schatten.
Solch ein Konzert ist nicht möglich ohne einen einfallsreichen Chorleiter. Ralf Leßenich hatte mit seinen Sängern nicht nur dieses umfangreiche Repertoire erarbeitet, er moderierte auch humorvoll. Dazu verstärkt er mit seiner Tenorstimme auch die vielen Ensembles, denn im Laufe des kurzweiligen Abends erschien noch das „Belcanto-Quartett“, und die „Hübbener Rebläuse“ hatten noch ihren Äppelwoi-seligen Auftritt.