Pressespiegel 2013

Solinger Morgenpost vom 18.12.2013

Das Adventsfest der Merscheider Chöre

(wgü) Die Menschen in Merscheid sind stolz auf ihren Stadtteil, nicht umsonst haben sie ihr nettes Städtchen liebevoll zum „Fürstentum“ erhoben. Das kleine Stadtviertel hat einiges an historischer Industrie und vielfältiger Kultur zu bieten. Merscheid ist dazu auch ein unauffälliges, aber reichhaltiges Zentrum der Musik. Dort ist der Merscheider Männerchor und auch der Frauensingkreis Merscheid zuhause, beide Chöre hatten im Oktober schon gemeinsam ein begeisterndes Konzert veranstaltet.

Wie vielseitig aber das Musikleben in Merscheid ist, das lässt sich in jedem Jahr beim Konzert der Merscheider Chöre zur Adventszeit in der Katholischen Kirche St. Maria Empfängnis erleben. Schon lange vor Beginn war am Sonntagnachmittag kein Platz mehr frei in der großen Kirche an der Eifelstraße, sage und schreibe acht Chöre erfreuten die Besucher mit ihrem Gesang.

Im besten ökumenischen Einverständnis begrüßte Pfarrer Hildebrand Proell die Besucher, Pater Matthieu Pouls gestaltete in seiner Kirche das Schlusswort. Mit brennenden Kerzen zogen die Kinderchöre von St. Maria Empfängnis und St. Katharina Wald in die Kirche ein, der Kirchenmusiker Stefan Buschkamp begleitete die Kinder bei ihren forsch vorgetragenen Liedern. Buschkamp begleitete am Klavier später auch den Auftritt des Merscheider Kirchenchors Cäcilia und spielte noch ein Solo auf der Orgel.

Der Frauensingkreis Merscheid wird seit einigen Monaten erfolgreich von der jungen Dirigentin Kristina Strack geleitet, von den vier Liedern des Chors erfreute besonders das mit viel Gefühl vorgetragene „Panis Angelicus“ von Cesar Franck.

Einen maskulinen Kontrast dazu boten gleich darauf die Stimmen des Merscheider Männerchors, geleitet von Ralf Leßenich. Weiter im Programm ging es mit dem Auftritt des Evangelischen Kirchenchors, geleitet von Kantor Oliver Richters, und vom Chor der italienischen Mission (Leitung Manuela Crea) erklangen die schönsten Weihnachtslieder in italienischer Sprache.

Natürlich spricht man in Merscheid neben Hochdeutsch auch das Solinger Platt. Der Musiker Heinz Köppchen hat viele Liedtexte in die Sprache unserer Heimat übersetzt, er begleitete am Akkordeon „De Kallbacken“, ein Ensemble des Merscheider Männerchors, zu den Liedern, die in der „Chreßdagstied“ erklingen.

Der Schlussgesang mit allen Chören war eine überwältigende Demonstration des Musiklebens im Fürstentum Merscheid.

 

Solinger Morgenpost vom 10.12.2013

Festliche Musik zum zweiten Advent

Solingen: Festliche Musik zum zweiten Advent Der Männerchor 1980 Solingen gab ein Konzert in der Kirche St. Suitbertus. FOTO: Anja Tinter

Der Männerchor 1980 Solingen präsentierte Glanzlichter der Weihnachtszeit in der Kirche St. Suitbertus in Weeg.

VON CYRILL STOLETZKY

Festlich hallt er durchs Kirchenschiff, der „Traum der Erinnerung“ aus dem Adagio der Neunten von Dvorak, und die Atmosphäre könnte schöner kaum sein. Die katholische Kirche St. Suitbertus Weeg ist voll besetzt, und der Männerchor 1980 Solingen unter Leitung von Ralf Leßenich ist in Bestform. Rund 30 Lieder hat er mitgebracht, mit denen er den Gästen die Vorfreude aufs Fest volle zwei Stunden lang verschönern will. Unterstützt von Rena Schlemper am Klavier, einem Streicherensemble des Orchestervereins und Soloeinlagen von Uwe Buchmann (Tenor) und Kerstin Steiner (Sopran), folgt ein Konzert, das stimmungsvoller kaum sein könnte.

Ehrenvorsitzender Gerhard Rosencrantz bedankte sich bei allen Beteiligten, lobte Küsterin Christel Ohliger als engagierte Organisatorin und hob die musikalische Präsenz der 80er hervor. „Unser Chor hat sich völlig neu aufgestellt und knüpft an Zeiten des A-cappella-Gesangs wieder an“, sagte er, und dann sprach die Musik.

Die 80er präsentierten sich als dynamischer, nuancenreicher, technisch sicherer Chor. Da erklangen mit „Liebe rauscht der Silberbach“ und „Abendfrieden“ zwei der schönsten Lieder aus Schuberts Feder. Zu Gehör kamen auch Mendelssohn-Bartholdys „Abendständchen“ und ein 15-minütiger Weihnachtsliederzyklus, der herrliche Titel in tollen Arrangements zur Einheit verschmolz.

Während sich Rena Schlemper als zuverlässige Klavierbegleiterin erwies, waren Technik und Intonation des Streicherensembles oft verbesserungswürdig. Ganz anders dagegen die Solisten. Als 80er-Vorsitzender Uwe Buchmann aus den Reihen seiner Sangeskollegen heraustrat und sich zum Solo anschickte, war jedem klar, was er in petto hatte: vollendete Phrasierung, einen edlen Belcanto und eine Innigkeit, die Rudolf Schock seinerzeit nicht besser hinbekommen hätte. Und so bot Buchmann mit Kollos „Weihnachtsfriede“ und Nico Dostals „Weihnacht“ vollendeten Gesang und zeigte sich mit Stradellas „Pieta Signore“ und dem sehr konzentriert vorgetragenen „Panis Angelicus“ von César Franck als starker Interpret des sakralen Repertoires.

Auch Kerstin Steiner beeindruckte. Wunderschön gestaltete sie Mozarts „Agnus Dei“, meisterte sicher die hohen Lagen vom „Ave verum“ desselben Komponisten. Bei Roberts Stolz‘ „Träume unterm Christbaum“ erwachten Erinnerungen an die Wunschkonzerte der guten alten 60er, und als sich Buchmann und Steiner mit der Musik zum Märchenfilm „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ zum Duett anschickten, entstanden die ergreifendsten Momente des Abends. Mit „Cantique de Noel“ und „Jerusalem, die heilige Stadt“ schmeichelten Chor und Tenor noch einmal den liedverwöhnten Ohren, und die gemeinsam gesungene „Stille Nacht“ war das krönende Finale, das dann, nach rauschendem Applaus, um drei Zugaben erweitert wurde.

„Wir haben begeisterte Reaktionen vom Publikum erhalten“ zieht Uwe Buchmann Bilanz. „Der Chor hat die Veränderungen der letzten Jahre gut gemeistert. 30 neue Sänger wurden integriert, einige von ihnen haben nie zuvor Chormusik gemacht. Das hat sehr gut geklappt. Die 80er haben sich toll entwickelt und eine gute Leistung abgelegt.“

 

Solinger Tageblatt vom 09.12.2013

Glanzlichter in St. Suitbertus Weeg

Von Jutta Schreiber-Lenz

Der „Traum der Erinnerung“ von Dvorak als Namensgeber des Konzerts zu Beginn nahm mit hinein in gut zwei Stunden anrührenden Klanggenuss. Die samtenen Chorstimmen des Männerchors 1980 unter der bewährten Leitung von Ralf Leßenich drangen, gemeinsam mit dem Streichensemble des Orchestervereins, in jeden Winkel des akustisch optimalen Kirchenschiffs von St. Suitbertus.

Pfarrer Ulrich Sellier stellte dem Konzert ein Motto voran
Auf diese Weise ergänzten sie die bereits durch die vielen Kerzen beschauliche und emotionale Atmosphäre des schummrigen Halbdunkels und bereiteten so den Boden für die weiteren musikalischen Glanzlichter, die angekündigt waren.

Zunächst Mozarts Divertimento in D-Dur, gespielt von den Streichern, ein romantischer Liedblock mit Liedern von Schubert und Mendelssohn. Schließlich die Solisten Kerstin Steiner und Uwe Buchmann, der zudem als Vorsitzender des Chores auch den Hut des organisierenden Gastgebers aufhatte. Die Sopranistin mit der strahlenden Glockenstimme, schon öfter Gastsolistin bei der „80ern“, überzeugte durch ihre sensible Interpretation des „Agnus Dei“ sowie des „Ave verum“ von Mozart und sang sich sofort in die Herzen ihres Publikums in den voll besetzten Kirchenbänken. Für den „Bergischen Tenor“ Uwe Buchmann war der Auftritt ein Heimspiel, das er bravourös bestand: Einmal mehr stellte er seine fesselnde Belcanto-Stimme unter Beweis. Sein eindringliches „Panus Angelikus“ von César Franck beispielsweise verursachte sicherlich bei vielen Zuhörern ein Kribbeln auf der Haut. Ebenso wie das nachdrückliche „Pietà Signore“ von Allesandro Stradella. Bizets „Agnus Dei“, „Weihnacht Weihnacht!“, „Gésu Bambino“, ein Weihnachtsliederzyklus und schließlich „Jerusalem“ als Finale waren nur einige der dann folgenden „Glanzlichter“.

Ein fulminantes unterhaltsames Weihnachtskonzert, das dem von Pfarrer Dr. Ulrich Sellier zu Anfang vorangestellten Motto „Freuet Euch im Herrn zu jederzeit“ auf der ganzen Linie gerecht wurde. Tosender begeisterte Beifall am Ende für eine perfekte Mischung aus musikalischem Können und tiefer Emotionalität.

Solinger Morgenpost, 03.12.2013

Von den Weihnachtsglocken bis zum Wolgalied

Stimmungsvolles Chorkonzert des Männergesangvereins Burg zum ersten Advent in der Schlosskapelle.

VON CYRILL STOLETZKY

MGV Burg mit Uwe Olbertz und Ursula DrießenFestlich illuminierte Lichterbögen verschönern den Eingang, vorn flankieren Weihnachtsbaum und Krippe den kleinen Altar vor dem überdimensionalen Engel an der Wand. Jeder Platz ist besetzt, einige Gäste müssen stehen. Erneut schwelgt sie in Weihnachtsstimmung, die kleine Schlosskapelle von Schloss Burg, und Musik soll alles noch schöner machen. Inzwischen haben sie Aufstellung genommen, die Herren des Männergesangvereins Burg an der Wupper 1846 in ihren silbernen Westen. Chordirektor Ralf Leßenich wie auch der erste Vorsitzende Horst Schneider halten die Begrüßungen herzlich wie kurz. Man will anfangen, denn Musik soll Trumpf sein in den kommenden 80 Minuten.

So erklingen die ersten drei Lieder, und man hört einen durchweg sauberen, dynamischen, aufgeräumten Chor, exakt und sensibel begleitet von Ursula Drießen am E-Klavier. Da geht es querbeet durch die Welt der schönen Lieder. Eduard Grells „Herr, deine Güte reicht so weit“ hallt mächtig durch die frommen Mauern; sanft erklingt das melancholische „Jahre kommen, Jahre ziehen“, und mit den „Weihnachtsglocken“ haben die Chorknaben den Schritt zum Weihnachtslied getan. Nun ziehen sie alle Register – von „Macht hoch die Tür“ bis hin zum strahlenden „Tausend Sterne sind ein Dom“: leidenschaftlich gesungen, klar in der Artikulation, sauber in der Stimmführung.

Ein willkommener Kontrapunkt war das Sololied, dem sich Uwe Olberts mit fünf Stücken aus dem sakralen und weltlichen Repertoire widmete. Er erwies sich als starker Tenor, der mit Nuancen und Emotionen umzugehen versteht. Kleine Unsauberkeiten in hohen Lagen sah man ihm gern nach, denn seine Ausdruckskraft war sehr souverän. Getragen intonierte er Giordanis „Caro mio ben“, schwelgte in Bizets „Agnus dei“ und präsentierte „O schweige still“ als religös inspirierte Meditation. Francks „Panis Angelicus“, seinerzeit ein Paradestück Pavarottis, geriet in Olberts’ vielschichtiger Interpretation zur besten Leistung des Konzerts.

Der Männergesangverein Burg rundete die Matinee mit dem „Advent“ und der „Abendruhe“ stilvoll ab – beide Stücke überzeugten durch ihre klangliche Eleganz. Die Konzertgemeinde applaudierte begeistert, und so gab es zwei Zugaben.

Während Olberts zunächst Lehárs Wolgalied mit fast Schubertscher Tiefe sehr bewegt vortrug, trat er mit „Weihnachten bin ich zu Haus“ in konzertanten Dialog mit dem Chor. Ein edles, auch schon von Roy Black ergriffen gesungenes Rühr-Schmankerl, das man, so oft es auch in diesen Tagen erklingt, nie leid wird, eben weil es den Ohren so gekonnt zu schmeicheln versteht. Sensitiv vorgetragen, war es ein stiller wie ergreifender Ausklang des 15. Adventskonzerts auf Schloss Burg. Und das Ambiente hätte passender kaum sein können. „Wir alle lieben die einzigartige Atmosphäre in der Schlosskapelle“, sagt Chorleiter Ralf Leßenich. „Der kleinere Rahmen lässt alle enger zusammen rücken, und für Gäste wie Musizierende ist jedes Konzert ein besonderes Erlebnis.“

 

Solinger Morgenpost, 22.10.2013

Zwei Merscheider Chöre und eine großartige

Sopranistin

(Foto: Karina Leßenich)

VON WOLFGANG GÜNTHER
Dass die Solinger Chöre, unterstützt durch spendable Sponsoren, noch Weltstars des Gesangs zu ihren Konzerten verpflichten konnten, diese Zeit ist schon lange vorbei. Aber die Gesangvereine besannen sich auf ihr eigenes Können und vertrauten auf die einheimischen Talente, an denen die Musikstadt Solingen so reich ist. Auf dieses Erfolgsrezept baute auch der Merscheider Männergesangverein, der gemeinsam mit dem Frauensingkreis Merscheid am Samstagabend im sehr gut besuchten Konzertsaal ein begeisterndes Konzert mit Melodien aus Oper, Operette und Musical gab.

Der Erfolg eines Chors beginnt mit einem guten Leiter, Chordirektor Ralf Leßenich ist der musikalische Chef des Männerchors, und führt seine „Merscheider“ immer wieder zu guten Leistungen. Seit drei Jahren leitet Kristina Strack erfolgreich den Frauensingkreis Merscheid, auch sie ist Solingerin und bereits seit ihren ersten Auftritten bei der Sängerjugend der Klingenstadt bekannt.

Selbst die Solisten des Abends sind in unserer Stadt zuhause, für viele Zuhörer war sicher die Sopranistin Polonca Olszak die Entdeckung des Abends. Mit großer Stimme und sicheren Koloraturen sang sie Opernarien von Verdi und Gounod, bezauberte das Publikum aber auch mit Gesang und Darstellung der Eliza bei dem großen Ausschnitt aus dem Musical „My Fair Lady“. Ihr Partner beim anrührenden Abendsegen aus der Spieloper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck war Wolfgang Krupp. Der brillante Solinger Bariton zeigte an diesem Abend aber auch die ganze Palette seiner Darstellungskunst, ob es nun der wütende Bürgermeister Nasoni aus Millöckers Operette „Gasparone“ war oder die sächselnde Heinz-Rühmann-Parodie „Ich brech‘ die Herzen der stolzesten Frauen“, Krupp begeisterte mit Gesang und Spielfreude.

Der Männerchor interpretierte mit den Solisten harmonisch die pfiffigen Songs von Max Raabe, allein für den instrumentalen Teil des Abends wurde die Klingenstadt verlassen. Das Salonorchester Münster unter Leitung des Pianisten Oliver Haug war mehr als nur Begleitung. Das zehnköpfige Ensemble mit der faszinierenden Stehgeigerin Freya Deiting machte den Abend vollends zu einem fesselnden Erlebnis. Schon der anmutige Auftakt mit der reizenden Musik von Rossini versprach ein beschwingtes Konzert, und dieses Versprechen wurde von allen Beteiligten mehr als erfüllt. Der Abschluss mit dem großen Ausschnitt aus dem Musical „Phantom der Oper“ war die Krönung des Abends, aber eigentlich reihte sich in diesem Konzert ein Höhepunkt an den anderen, das Publikum war wie aus dem Häuschen und dankte mit vielen Bravorufen und endlos langem Beifall.

 

Solinger Tageblatt, 05. Mai 2013

Singen bringt Körper und Seele in Schwung 

VON KLAUS GÜNTHER

MATINEE Der Männergesangverein Burg und „De Kallbacken“ bereiten Besuchern viel Freude.

Wussten Sie, dass eine Stunde Singen bis zu 500 Kalorien abbaut, oder, dass fröhliches Singen Herz und Kreislauf anregt?Burger Matinee 2013
Solche Fragen finden sich in dem hübsch gestalteten Flyer, mit dem der Männergesangverein Burg an der Wupper 1846 versucht, neue Sänger zu gewinnen.

Diesem Ziel galt auch die Matinee, welche der Chor am Sonntag in der Turnhalle an der Hasencleverstraße in Unterburg veranstaltete. Um dem Publikum schon diesmal einen stattlichen Klangkörper präsentieren zu können, hatten sich die Burger der Hilfe des Gesangs- und Mundart-Ensembles „De Kallbacken“ versichert. Diese Kombination übte so viel Zugkraft aus, dass in der Turnhalle jeder Stuhl besetzt war.

Schon beim ersten Lied, dem selbstironischen „Die alten Säcke“, zeigte sich, dass die beiden Singgemeinschaften vorzüglich harmonierten. Das war kein Wunder, schwingt doch der langjährige Leiter der „Kallbacken“, Ralf Leßenich, inzwischen auch bei den Burgern den Taktstock. Leßenich moderierte in launiger Weise und brachte zur Freude der Zuhörer zahlreiche beliebte Lieder wie „Auf sonnigen Wegen“, „Der April weiß nicht , was er will“. „Bella Bionda“ und „Der Wanderer“. Für die flotte Begleitung sorgten Karl-Heinz Köppchen mit dem Akkordeon und Julian Kerp mit seiner Gitarre.

„De Kallbacken“ glänzten mit ihrer Spezialität, ausländische Evergreens zu Solinger Volksliedern umzuwandeln. Aus der Londonderry Air wurde „In der Fremde“, Aus Stenka Rasin „Der Has“. Dabei konnten sich jeweils auch die stimmkräftigen Solisten des Ensembles auszeichnen. Deftigen Humor gab es etwa in dem köstlichen Lied „Et Fritzken“.
Die Besucher genossen die Veranstaltung sehr, zumal auch für Speis und Trank bestens gesorgt war. Es steht zu hoffen, dass der traditionsreiche Männerchor Burg an der Wupper vor einer neuen Blütezeit steht.

 

Solinger Morgenpost, 15. Januar 2013

Vom Weißen Rössl bis nach New York

VON CYRILL STOLETZKY

Solingen (RP). Beim Neujahrskonzert im Konzerthaus ging der Männerchor 1980 weit über das Standardrepertoire hinaus.

Mit einem „Feuerwerk der Melodien“ begeisterte der Männerchor 1980 Solingen unter Leitung von Ralf Leßenich sein Publikum im voll besetzten Theater und Konzerthaus. Beim Neujahrskonzert ging’s zwei Stunden lang querbeet durch die Welt der schönen Klänge, und wer noch immer glaubt, Chormusik bestehe nur aus deutschem Liedgut, wurde schnell eines Besseren belehrt.

Eine zauberhafte musikalische Reise, deren Stationen Angelika Nehm vom WDR charmant moderierte, führte die sangesbegeisterten Herren samt Gästen von Wien bis zum Broadway. Im ersten Teil des Konzerts war Operette pur angesagt, und der Traditionschor präsentierte sich mit zehn Referenztiteln des heiteren Singspielfachs kraftvoller denn je. Und er hatte Gäste, mit denen er hervorragend harmonierte.

Die Sopranistin Julie Klos, die als Opern- und Konzertsängerin wirkt und die 80er seit 2010 stimmbildnerisch berät, gehörte ebenso dazu wie Chorvorsitzender Uwe Buchmann, der sein Publikum seit 15 Jahren mit seinem edlen Tenor fasziniert, aber auch der ausdrucksstarke Wolfgang Krupp und das einem Projekt der westfälischen Schule für Musik in Münster entstammende Salonorchester Münster. Sie alle gestalteten einen Top-Abend, der im Detail stimmte.

Mit Schwung erklang der „Feuersturm der Reben“ aus Strauss‘ Fledermaus, sensibel intonierte Julie Klos Strauss‘ „Klänge der Heimat“, und das Salonorchester Münster brachte mit dem „Kaiserwalzer“ auch verwöhnteste Gemüter zum Schmachten. Bei „Ach, die Weiber“ des Chores durfte man herzhaft lachen, und das Stimmungs-Potpourri „Im Weißen Rössl“ war ein Wiederhören mit den besten Ohrwürmern, die die Wiener Operettenbühne berühmt gemacht haben.

Nach der Pause bereisten Chor, Ensemble und Solisten mit zehn weiteren Stücken die Gefilde von Musical, Film und Swing. Wer hätte gedacht, dass ein Männerchor eine so filigrane Version von „Moonlight Serenade“ hinbekommt? Bei „New York, New York“ bebte die Broadwaybühne. Julie Klos verlieh dem Musicalklassiker „Over the Rainbow“ viel Tiefgang, in den sich der Chor sehr gut einbinden ließ. Bei Bernsteins „America“ wuchsen die Münsteraner Salonmusiker weit über den Wiener Schmäh hinaus. Last, not least interpretierten Wolfgang Krupp den Sinatra-Evergreen „My Way“ mit viel Eigenständigkeit, und Uwe Buchmann verlieh Mancinis „Moon River“ eine Eleganz, die man nur genial nennen kann. Genial auch, wie Julie Klos und Chor die Sehnsuchtsmelodie aus dem Leone-Western „Spiel mir das Lied vom Tod“ darboten: als Elegie purer Schönheit.

Nach diesem Melodien-Strauß gab es denn auch einen Reigen echter Sträuße. Mit diesen ehrte Uwe Buchmann alle Mitwirkenden, hielt am Ende auch selbst einen in der Hand, der ihm überreicht wurde, und der musikalische Nachschlag ließ auch nicht auf sich warten.

Nach der Hollywood-Stippvisite kehrten alle mit Schmiss ins Wiener Kaffeehaus zurück. Uwe Buchmann und Julie Klos tanzten am Ende einen Walzer, und beim Radetzkymarsch war Mitklatschen Pflicht. Und erst nach den „Lachenden Gesichtern“ war das Musenfeuerwerk vorbei. Wie gut, dass dieses Feuerwerk viel länger gedauert hat als ein normales.