Presse

Solinger Tageblatt vom 18.06.2018

Männergesang trifft auf Dick und Doof

(UH) Da saßen sie am Bühnenrand – und sogar in doppelter Ausführung. Zwar im Miniformat, aber unverkennbar: Stan und Ollie in typischen Posen. Filmkomik und Männergesang – passt das zusammen? Es gab seit Jahren den gemeinsamen Wunsch vom Leiter des Merscheider Männergesangvereins, Ralf Leßenich, und dem Museumsgründer Wolfgang Günther: ein Konzert mit Hits aus der Zeit von Dick und Doof, verbunden mit einer Film-Auswahl dieses einmaligen Komiker-Duos.

Die Merscheider zur langen Laurel und Hardy Nacht

Am Samstagabend wurde dieses Projekt Wirklichkeit. „Die lange Laurel und Hardy Nacht“ füllte die Cobra in Merscheid so sehr, dass eilig noch Stühle nachgestellt werden mussten. Die Herren des Chores vornehmlich in Schwarz und Weiß mit stylistischer Melone, sangen „There’s No Business Like Show Business“ während sich aus ihrem Begrüßungsdurcheinander eine geordnete Chor-Formation bildete.

Für die instrumentale Begleitung konnten die Merscheider den Organisten der evangelischen Kirche Merscheid Oliver Richters gewinnen. Als Stummfilm-Pianist bewies er im Laufe des Abends ein außergewöhnliches Einfühlungsvermögen als Begleiter der Stan und Ollie Stummfilme.

Sogar Mozart wurde bemüht – mit fast frivolem Kanon

Die Moderation durch Wolfgang Günther und die Auswahl der Liedvorträge sorgten für lockere Heiterkeit. Da wurde sogar der große Mozart bemüht mit einem fast frivolen Kanon, gesungen von einigen Chorstimmen der Merscheider aus allen Ecken des Theaters und dem Refrain: „Leck m.i.A.“. Im Wechsel mit Liedvorträgen liefen auf der bühnenbreiten Leinwand insgesamt drei Laurel und Hardy Stummfilme aus den 20er Jahren sowie ein Tonfilm von 1932. Im Gedenken an den 128. Geburtstag von Stan Laurel erklang von den Merscheidern das emotionale „Amigos para siempre“ von Andrew Lloyd Webber. Die lange, tiefe Freundschaft und die Trauer von Stan Laurel über den Tod von Oliver Hardy 1957 thematisierte der Chor ergreifend mit dem Lied „Der Weg“ von Herbert Grönemeyer.

Mit einem heiteren Soli „In der Bar zum Krokodil“ inklusive Tanzeinlage von Chorleiter Ralf Leßenich startete das Konzert nach der Pause. Sein Solo, und zu „Ich hab‘ dein Knie geseh’n“ vom Chor zum einen als Schellackerlebnis und mit fetzigem Rhythmus dargeboten wurde vom Publikum mitgesungen, geklatscht und gepfiffen.

Der Tonfilm „Der Klaviertransport“ sorgte für heitere Ausgelassenheit. Letztlich „aus dem Häuschen“ kam das Publikum zu den Stücken „Es geht mir gut“ und „Rock mi“ mit atemberaubender Choreografie. Nach der Blumenübergabe erklatschte sich das Publikum die verdiente Zugabe der Merscheider: „M.M.G.V.“ – der bekannte Titel Y.M.C.A. der Gruppe Village People wurde kurzerhand von Harald Günther umgetextet und so wurde auch hier mit Tanz und Gesang um neue Sänger geworben. Diese sind dem jungen und quirligen Männerchor von Herzen gewünscht. So ging ein heiterer Abend nach über 3 Stunden Programm zu Ende. Hans Steinmetz, seit 50 Jahren Chormitglied: „Es war das lustigste Konzert bis jetzt.“

Solinger Tageblatt vom 12.04.2018

Solinger Tageblatt vom 19.12.2017

Gleich acht Merscheider Chöre singen gemeinsam

Merscheider Männergesangverein 1861 e.V.

Das traditionelle Kirchen-Konzert lockte hunderte Besucher.

Liebhaber von Chormusik haben in der Adventszeit die Qual der Wahl. An jedem Wochenende in der Vorweihnachtszeit gibt es mehrere Konzerte. Umso leichter fällt die Entscheidung, wenn sich gleich acht Chöre zu einer Veranstaltung zusammenschließen. Das traditionelle Gemeinschaftskonzert der Merscheider Chöre lockte am Sonntagnachmittag hunderte Besucher in die nahezu voll besetzte katholische Kirche St. Mariä Empfängnis.

Seit mehr als 35 Jahren findet die Veranstaltung statt. Wie gewohnt war der Eintritt frei – es wurden Spenden für den Felix Kids-Club gesammelt. Das Geld soll in die gesunde Ernährung der Club-Besucher investiert werden.

„Es ist immer wieder schön, wie die Chöre für den guten Zweck zusammenfinden“, sagte Ralf Leßenich, der bereits zum 22. Mal als Aktiver teilnahm. Mit dem Merscheider Männergesangsverein 1861 und der Mundartgruppe „De Kallbacken“ leitete er gleich zwei Sängergruppen.

Musikalisch ging es sehr abwechslungsreich zu. Den Anfang machte der JEKISS-Projektchor der Grundschule Erholungstraße. Für eine internationale Note sorgte der Chor der italienischen Mission. Nach den Auftritten des Frauensingkreises Merscheid 1994 und des evangelischen Kirchenchors Merscheid spielte das Bläserteam der evangelischen Gemeinde. Die Sänger aus den Chören der Pfarreigemeinschaft Solingen-West wurden an der Orgel von Wolfgang Kläsener begleitet. Der Kirchenmusiker ist seit dem 1. September im Amt.

Fast zwei Stunden lauschte das Publikum den Klängen, ehe alle Besucher mit den Chören mit „Macht hoch die Tür“ das Konzert beendeten.

 

 

Solinger Tageblatt vom 04.12.2017

Adventsingen des MGV Burg an der Wupper anläßlich des Advent- und Weihnachtsmarktes 2017 auf Schloß Burg

Konzert bot auch Weihnachtslieder auf Platt.

Von Wolfgang Günther

Der Männergesangverein Burg an der Wupper gehört zu den ältesten Chören der Klingenstadt, als Probelokal fungiert die alte Schule in Oberburg. Zur Tradition der Burger Sänger gehört in jedem Jahr ein Auftritt am ersten Sonntag im Advent in der Schlosskapelle von Schloss Burg. Inzwischen ist die Zusammenarbeit der Burger mit dem Merscheider Männergesangverein sehr intensiviert worden. Chorleiter der beiden Gesangvereine ist der Chordirektor Ralf Leßenich. Am Sonntagvormittag kamen Sänger zum Konzert nach Oberburg, in zwei Wochen wird der Sängeraustausch auf umgekehrtem Weg vonstattengehen.

Während sich in der Burg die vielen Besucher des Adventsbasars durch die Gänge zwängten, blieb die Kapelle eine Oase der Musik und das romantische Ambiente für eine gute halbe Stunde Chorkonzert. Die Pianistin Rena Schlemper begleitete am E-Piano die Sänger. Dazu zauberte sie mit einem kleinen Weihnachtslieder-Medley schon gleich zu Beginn eine wundervolle Stimmung in die Kapelle.

Ralf Leßenich erinnerte mit einem Teil der Sänger an die unvergessene Merscheider Mundartgruppe „De Kallbacken“. Die Texte von bekannten Weihnachtsliedern hatte er in Solinger Mundart übersetzt. Und das funktionierte wunderbar, es gab großen Applaus. Beifall erhielt auch der komplette Chor – die halbe Stunde Musik verging wie im Flug. Mancher Besucher hätten gerne noch mehr gehört, aber nach dem Gesang standen auf Schloss Burg die vielen Stände des Basars wieder im Mittelpunkt.

 

Solinger Tageblatt vom 12.06.2017

Chöre bieten Revue mit viel Humor

Unter dem Titel „Lampenfieber“ brachten der MGV und der Frauensingkreis Merscheid Evergreens und spielerische Einlagen auf die Bühne. © Daniela Tobias

Der Merscheider Männergesangverein und der Frauensingkreis Merscheid erhielten viel Applaus von ihren 800 Zuhörern.

Von Jutta Schreiber-Lenz
Zu Beginn wirkte alles noch chaotisch: Weder der Solo-Tenor des Abends, „Enrico Caruzzo“, noch die erwartete Sopranistin „Dolly Levine“ waren schon eingetroffen. Die Chormitglieder fegten hemdsärmelig die Bühne und Ralf Leßenich als musikalischer Gesamtleiter musste seinen „Probenplan“ gemeinsam mit seiner Kollegin Kristina Strack, Leiterin des weiblichen Merscheider Chores, für die anstehende „Premiere“ am nächsten Tag ständig neu abstimmen. Mit dieser spielerischen Einlage begannen der Merscheider Männergesangverein und der Frauensingkreis Merscheid ihr Konzert im Konzertsaal Solingen.
Bariton Wolfgang Krupp erkundigte sich dabei, schon im Kostüm des Milchmanns aus „Anatevka“, im breitesten Soljer Platt immer wieder ob „ech nu endlich draan ben“, und zu allem Überfluss war die Krabbenmayonnaise für die Pausenhäppchen schlecht geworden. Mit diesem „Premierenfieber“-Szenario, musikalisch begleitet vom Anfangsstück aus „Kiss me Kate“, begannen zwei unterhaltsame Stunden.

Stimmstarke Sänger lassen Musical-Melodien erklingen

Eingebettet in dieses „Lampenfieber“ war ein Reigen bekannter Musical-Melodien wie etwa ein sehr einfühlsames „Hallelujah“ von Cohen oder „Somewhere“ aus der Westside Story von Bernstein, jeweils gesungen von den stimmstarken Chören.

Bestens aufgelegt waren auch die Solisten des Abends. Allen voran Temperamentbündel Polonca Olszak, Sopranistin und Operetten-und Musical-Darstellerin, die zuletzt mit der Neuen Operette Düsseldorf als Eliza Doolittle im Pina-Bausch-Saal begeistert hatte. Lebhaft schlüpfte sie am Samstagabend von einer Rolle in die nächste und überzeugte sowohl mit umwerfender Ausstrahlung als auch mit glockenklarer Stimme. Choreographien mit den Chören und Ausstattung des Revue-Abends war zudem ihr Werk, wie Ralf Leßenich am Ende lobend herausstellte. Flotte Kostüme und eingestreute kleine Dialoge, würzten das Ganze zu einem besonderen Mix.

Ihr zur Seite standen Bariton Wolfgang Krupp, der schließlich sein Soljer Platt gegen den jiddischen Akzent des Tewje vertauschte und damit einen grandiosen Einstand gab. Im zweiten Teil erntete er als Theophil in Linckes „Frau Luna“ viel Beifall.

Alexander Janacek schließlich war eine Art Joker: Egal ob als romantischer, klangschöner Tenor, wirbelnder Co-Moderator, der mit seinen zotigen Clownerien immer wieder Gelächter im rund 800-köpfigen Publikum erzeugte oder als Erzähler beim Querschnitt der „Frau Luna“: Der donnernde Applaus zum Schluss kürte ihn zu einem der Publikums-Lieblinge des Abends.

Begleitet wurden die Gesangsprotagonisten vom Salonorchester Grandezza und Nadja Bulatovic am Klavier. Die Pianistin ist in Solingen als Leiterin mehrerer Chöre bekannt. Mit der „Berliner Luft“ als Zugabe gaben alle Musiker noch einmal richtig Gas und ernteten am Schluss viel Beifall.