Pressespiegel 2007

Solinger Tageblatt vom 17. Dezember 2007

Gemeinsam Freude bereiten mit Musik

MERSCHEID Chöre musizierten zum Advent zusammen.

von Frau Dr. Müller
Sie fanden sich in schöner Eintracht zusammen, um den dritten Advent zu begehen: fünf Merscheider Chöre. Der evangelische Kirchenchor der Gemeinde Merscheid, der Kirchenchor Cäcilia Merscheid, der Frauensingkreis Merscheid 1994, „De Kallbacken“ und der Merscheider Männergesangverein 1861 hatten in die katholische Kirche Sankt Mariä Empfängnis eingeladen. Auf dem Programm stand: „Singen zum Advent und zur Weihnachtszeit“.

Der Einladung waren viele Musikfreunde gefolgt. In der gut besetzten Kirche konnten sie sich auf das kommende Fest einstimmen lassen. Fünf Chöre, das bedeutete auch Vielfalt. Mit Mendelssohn-Bartholdys „Unser Heiland ist nun da“ begann der evangelische Kirchenchor, traditionelle Weihnachtslieder brachte der Frauensingkreis zu Gehör. „De Kallbacken“ zeigten, dass Weihnachtliches auch in Solinger Mundart sehr schön klingt: „Süßer die Glocken nie klingen“ auf Platt, das macht sich gut. Doch „Stille Nacht“, den „Klassiker“, sangen sie dann doch sehr kultiviert in Hochdeutsch. Mit Johann Sebastian Bachs „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ zeigte der Katholische Kirchenchor Cäcilia, wie wertvoll Musik sein kann.

Der Merscheider Männergesangverein schließlich setzte den Schlussakkord im wahrsten Sinne des Wortes. Das anspruchsvolle Bruckner-Werk „Trösterin Musik“ wurde kraftvoll und stimmungsvoll dargeboten. Für alle Chöre gab es herzlichen Beifall. Freude wollen die Chöre auch weiter spenden: Der Erlös des Konzerts ist für das Kinderheim Hossenhaus bestimmt.

 

Solinger Morgenpost vom 11. Dezember 2007

Weihnachtslieder auf Solinger Platt

Sie sind die letzten ihres Genres, gleichzeitig wohl einer der kleinsten Männerchöre Solingens: die Kallbacken. 1979 gegründet, sind sie ihrer Tradition treu geblieben und singen als einzige Gruppe in Solinger Platt. Zum ersten Mal haben sie es jetzt gewagt, mit einem eigenen Konzert an die Öffentlichkeit zu gehen.
Unter dem Titel „Chreßdag en der Schmette“ luden die Kallbacken ins Industriemuseum nach Merscheid ein, und es kamen so viele, das kein einziger Stuhl frei blieb. Der Nachmittag wurde zu etwas Besonderem. Beim Duft von Kaffee und Weihnachtsgebäck ließen die elf Sänger unter der Leitung von Ralf Leßenich ihre schönen Stimmen erklingen. Zwischendurch gab es immer wieder kleine Geschichten zu hören, die zumeist von Leßenich vorgetragen wurden. Ott. E. Rüttgers erzählte die Weihnachtsgeschichte, von Hans Siebel ins Solinger Platt übersetzt, und löste damit Gelächter aus. Das Gedicht „Nächstenliefde“ von Udo Herder machte deutlich, das Puter und Hummer nur etwas für reiche Leute sind – für die armen ist „Erpelschlot“ besser geeignet.
Schöne Texte in Solinger Platt zu bekannten Weihnachtsmelodien hat Willi P. Wegener geschrieben. Er ist Mitglied der Kallbacken und bei den Hangkgeschmedden. Wegen einer schweren Erkrankung kann er kaum noch an den Veranstaltungen seiner Mitstreiter teilnehmen. Aber auch bei den Kallbacken macht die Neuzeit nicht Halt: In hochdeutsch trug Ralf Leßenich den Text „Adventlicht“ vor, den er nach eigenen Angaben im Internet entdeckt hatte.
Auch während der Pausen wurde den Besuchern im Industriemuseum nicht langweilig: Von Heinz Köppchen am Akkordeon begleitet, sangen alle gemeinsam bekannte Weihnachtslieder. Und damit niemand ins Stocken geriet, hatten die Kallbacken vor Beginn des Konzertes die Weihnachtslieder-Texte ausgedruckt und an allen Plätzen deponiert.

 

Solinger Tageblatt vom 22. Oktober 2007

Süffiger Gesang in lauschiger Weinstube

Herbstkonzert – Die „Merscheider“ luden letzten Samstag ein.

von Frau Dr. Müller
„Die Männer singen mit Herz und Seele, man merkt ihnen die Freude an.“ So freute sich bereits vorher ein Ehepaar, das am Samstag in den evangelischen Gemeindesaal an der Mankhauser Straße gekommen war. Die Männer, damit meinten sie die zahlreichen Mitglieder des Merscheider Männergesangvereins 1861, die ihr Herbstkonzert gaben.
„Mal etwas anderes bieten“, so hatten es sich die Sänger unter ihrem Dirigenten Ralf Leßenich vorgenommen, und das ist ihnen unter dem Motto: „Hört ihr Leut‘ und laßt Euch laden zu Wein und Sang der Fürsten-Barden“ voll gelungen. Den Gemeindesaal hatten sie mit einfallsreicher Dekoration in eine lauschige Weinstube verwandelt. Der Chor stand dieses Mal nicht auf der Bühne, sondern postierte sich auf einer Ebene mit seinen Zuhörern, die an mit Kerzen beleuchteten Tischen bei einem guten Glas Wein saßen. Lieder, die dem Rebensaft gewidmet waren, standen konsequenterweise im Mittelpunkt des Programms, das auch Ralf Leßenich, der als Solist auftrat, munter moderierte.
Das Ehepaar und die vielen Gäste des Herbstkonzertes wurden in Ihren Erwartungen nicht enttäuscht. Der Chor sang diszipliniert, rhythmisch genau, ausdruckstark und schwungvoll und zog mit seinen Darbietungen das Publikum in seinen Bann.
„Mal etwas anderes“, das zahlte sich aus, zumal auch immer wieder die Zuhörer gefordert waren: Denn sie konnten unter Begleitung von Rena Schlemper (Klavier) und Heinz Köppchen (Akkordeon) auch selbst fröhlich den Wein besingen. Und das machte ihnen großen Spaß. Die „Merscheider“ haben mit ihrem Herbstkonzert am Samstag auf jeden Fall eins erreicht: Kultur und Geselligkeit gingen bei dieser Veranstaltung eine ganz innige Verbindung ein.

 

Solinger Morgenpost vom 22. Oktober 2007

Gesang aus Merscheid, Wein aus der Pfalz

von Wolfgang Günther
Was war nur aus dem nüchternen Ohligser Gemeindessal an der Mankhauser Straße geschehen? Bunte Girlanden, dekoratives Weinlaub und locker aufgestellte Tische hatten ihn in ein gemütliches Weinlokal verwandelt. Die Sänger des Merscheider Männergesangvereins unter Führung ihres Vorsitzenden Stefan Wassermann hatten einen ganzen Tag gearbeitet, um diese zauberhafte und weinselige Atmosphäre zu schaffen.
Anlass war das Herbstkonzert des Chores, bei dem diesmal alles anders sein sollte. Merscheider sprechen gerne von ihrem Stadtteil als „Fürstentum“, also agierten die Sänger als Barden der Fürsten. Dieser war freigiebig denn der Wein floss reichlich, „den habe ich persönlich an einem Weingut am Deutschen Weintor abgeholt“ erklärt Chorlmitglied Rainer Hellmann.
Der „Schweigener Sonnenberg Riesling 2006“ und die Rot- und Roséweine aus der Pfalz mundeten den Besuchern im vollen Saal vortrefflich. Chorleiter Ralf Leßenich hatte dazu einige der schönsten Lieder vom Wein einstudiert. Lyrisch und poetisch erklang der „Abendfriede am Rhein“, kräftiger Männerchorgesang war beim „Lied vom Moselwein“ zu hören. Zaghafte Schunkelversuche gab es schon bei der ersten Liedgruppe, als Heinz Köppchen zum Akkordeon griff und ein Potpourri rheinischer Lieder anstimmte, gab es kein Halten mehr. In der Pause wurden die Sänger zu Kellnern, niemand sollte auf dem Trockenen sitzen. Ralf Leßenich verstand es geschickt, sich zu seinen Soli, einfühlsam begleitet von Pianistin Rena Schlemper, Aufmerksamkeit zu verschaffen. Die war auch nötig, denn die Texte von Reinhard Mey und Georg Kreisler waren einfach zu geschliffen um unterzugehen. Mitsingen war dann erlaubt bei „I bin a stiller Zecher“ des Wieners Hermann Leopoldi. Besonders die älteren Generation im Saal war dem Solisten dankbar für die Erinnerung an Willy Schneider, sein „Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein“ ist ein Evergreen. Ein Gläschen Wein wurde den Sängern bis zum Ende des offiziellen Teils vorenthalten, sie hatten noch ein gutes Pensum schöner Lieder zu singen.

 

Solinger Morgenpost vom 25. Juni 2007

Trennung in Eintracht

„Trennung in Eintracht“ schrieb die Solinger Morgenpost unmittelbar nach Bekanntwerden, daß Ralf Leßenich den Dirigentenstab beim M.G.V. „Eintracht“ Rasspe Stöcken 1890 Solingen nach 17 erfolgreichen Jahren niederlegt. Auch das Solinger Tageblatt berichtete.

 

Zur Vergrößerung der Kritik klicken Sie bitte auf das nebenstehende Bild.

 

 

Solinger Tageblatt vom 19. Juni 2007

„Stöckener“ singen alte Volksweisen

von Klaus Günther
Das Verdienst des Schwaben Friedrich Silcher war es, durch die Förderung des Chorwesens im 19. Jahrhundert dem Volkslied neuen Auftrieb gegeben zu haben. Viele seiner eigenen Kompositionen sind zu Volksliedern geworden. Der MGV Eintracht Rasspe Stöcken stellte Silchers Werke am Wochenende in den Mittelpunkt seines Konzertes im gut gefüllten Clemenssaal.

Für den Anfang hatte Chorleiter Ralf Leßenich bekannte Werke von Franz Schubert gewählt, darunter „Im Abendrot“ und „Der Lindenbaum“ (nicht von Silcher, wie im Programmheft angegeben). Sehr gefiel Silchers „Ännchen von Tharau“, aber auch mit Mendelssohns „Abschied vom Walde“ wussten die Sänger ihr Publikum zu erfreuen.

Als Gäste hatte der Chor das Remscheider Vokalensemble „Ton in Ton“ verpflichtet. Unter ihrem Leiter Klaus Möbius zeigten die vier Damen und vier Herren stimmlichen Glanz und musikalisches Einfühlungsvermögen. Mit Silchers „Frisch gesungen“ fanden sie einen idealen Einstieg. Einen ersten Höhepunkt bildete das anspruchsvolle „An die Sonne“ von Franz Schubert. Als zuverlässiger, inspirierender Begleiter am Klavier erwies sich einmal mehr Thomas Giebisch, der am Ende des ersten Teils Gelegenheit bekam, in einem Schubertschen Impromptu seine solistischen Fähigkeiten zu demonstrieren.

Silcher stand nach der Pause erneut auf dem Programm, diesmal mit dem „Schifferlied“, der „Untreue“ und der unvergänglichen „Loreley“. Völlig in ihrem Element waren die Stöckener dann mit den „Zwei Hasen“ und dem bejubelten „Der Schneider Jahrestag“. „Ton in Ton“ begeisterte mit einem brillant vorgetragenen Potpourri von Volksliedern aus aller Welt, ehe der MGV Rasspe Stöcken mit einem Strauß fröhlicher Wanderlieder den Schlusspunkt setzte. Die Zugabe „Habet Dank“ symbolisierte auf schöne Weise den Dank des Chores an seine treuen Anhänger.

Anmerkung:
Der Kritiker des Solinger Tageblatts hat Recht! „Der Lindenbaum“, besser bekannt als „Am Brunnen vor dem Tore“, stammt aus der Feder von Franz Schubert. Der Chor interpretierte allerdings die Bearbeitung von Friedrich Silcher. Franz Schubert komponierte dieses Stück für Klavier und Solostimme, der zuvor Genannte brachte es in einen vierstimmigen Satz für Männerchor.

 

Solinger Tageblatt vom 17. März 2007

Männerchor 1980 wird zum Phantom der Oper

MUSICALPROJEKT
Mit einem ungewöhnlichen Konzert beschreiten die 1980er neue Wege.
Mit Laptop und Synthesizer macht sich der Männerchor 1980 fit für die Welt des Musicals.

Der Männerchor 1980 probt digital, wenn Chorleiter Ralf Leßenich mit dem Laptop unterm Arm in die Probe kommt. Dann gibt es auch Nachhilfe für die Sänger in Sachen PC. „Dem Fortschritt kann man sich einfach nicht verschließen“, sagt er. Ausgerüstet werden die Sänger mit Play-Back-CDs, um auch zu Hause die Gesangsstimmen und die Texte üben zu können. Zudem probt der Chor zwei Mal in der Woche und hat ein intensives Probenwochenende hinter sich.

Hinter dem großen Engagement der 25 aktiven Sänger steht natürlich ein besonderes Ereignis: Der Männerchor 1980 steht vor dem Abschluss seines Musicalprojektes, dessen Höhepunkt das Musicalkonzert am 25. März ist. – Nanu? Die 80er singen mit Bandbegleitung (u. a. Markus Kreuder am Schlagzeug, Rena Schlemper am Synthesizer) Lloyd Webber und Bernstein? „Wir stehen als Kammerchor in der Tradition des gepflegten A-cappella-Gesangs“, erläutert Vorsitzender Gerhard Rosencrantz die Philosophie des Chores: klein, aber fein. „Aber die Motivation im Chor ist sehr groß, sich auch einmal etwas völlig Neuem zu stellen. Und das ist jetzt eine ganz andere Welt.“ Aber eine Welt, in der man sich musikalisch wohl fühlt. „Die Sänger sind mit Leidenschaft dabei“, sagt Ralf Leßenich. Und so werden die Medleys aus „Phantom der Oper“ und „West Side Story“ natürlich in Originalsprache gesungen. Das gilt auch für „My Fair Lady“, das mit englischen Dialekten und Slang spielt.

Neben den gewonnenen Projektsängern werden die 80er bei ihrem Musicalkonzert mit dem Frauenchor Juvenia auftreten. Als Solist konnte der Bariton Wolfgang Krupp gewonnen werden, der erst jüngst den Tewje in Jerry Bocks „Anatevka“ erfolgreich auf der Bühne gegeben hat.

Karten für das Musicalkonzert am 25. März, 17 Uhr, im Gemeindezentrum Oststraße, gibt es für 18 Euro im Reisebüro Dahmen (Clemens-Galerien) oder unter Telefon 4 63 99.

 

Solinger Morgenpost vom 17. März 2007

Singen macht den 80ern wieder Spaß

von Annemarie Kister-Preuss
14 Monate dauert sie nun schon an, die Zusammenarbeit mit dem neuen Dirigenten Ralf Leßenich, und Gerhard Rosencrantz, der Vorsitzende des Männerchores 1980 Solingen, kann es stellvertretend für seine Sänger sagen: Das Singen macht wieder Spaß, und auch der Zusammenhalt im Chor ist ein ganz anderer. „In einer depressiven Phase, in der die Motivation auf dem Tiefpunkt war, haben wir uns seinerzeit ganz bewusst für einen Semiprofi als Chorleiter entschieden, sagt Rosencrantz im Gespräch mit unserer Zeitung, und habe dies zu keiner Zeit bereut. Heute hat der „kleine aber feine Chor“ mit seinen 30 aktiven Mitgliedern die depressive Phase überwunden und mit dem anstehenden Musical-Projekt soll das auch vor einem breiten Publikum unter Beweis gestellt werden.

Musical im Original
Nachdem die 80er bereits in die goldenen Zwanziger entführt hatten, präsentieren sie am 25. März um 18 Uhr im Saal der Freien Evangelischen Gemeinde an der Oststraße 32 ein Medley aus „The Phantom of the Opera“, My Fair Lady, West Side Story und Maske in Blau. Neben dem Chor wirken der Bariton Wolfgang Krupp, der Juvenia Chor und eine Band mit Rena Schlemper (Synthesizer), Thomas Giebisch (Klavier), Markus Kreuder (Schlagzeug), Ralf Schusdzierra (E-Bass) und Ingo Brombach (E-Gitarre) mit. Die Gesamtleitung hat Ralf Leßenich, der zur Zeit zweimal wöchentlich mit seinen Sängern probt. Vor allem die Texte in englischer Sprache stellen für die meist älteren Herren durachaus eine Herausforderung dar. „80 Prozent unserer Sänger sprechen kein Englisch“, weiß Gerhard Rosencrantz. Dennoch seien alle mit viel Eifer bei der Sache.
Spaß soll auch das Publikum haben, wünscht sich Ralf Leßenich, der seine Sänger derzeit auch mit DVD’s von den bekannten Musicals auf die neue Aufgabe einstimmt. „Er hat das Feuer wieder zum Glühen gebracht“, sagt Rosencrantz über den neuen Dirigenten, „wir sind endgültig raus aus dem Tal der Tränen.“

 

Solinger Tageblatt vom 05. Februar 2007

Peter Orloff gastiert in seiner alten Heimat

KONZERT – Schwarzmeer-Kosaken und Merscheider Männergesangverein
treten gemeinsam in Kirche auf

„Mit Solingen verbindet mich viel Gefühl“, sagt Peter Orloff.
Festliches Konzert und zugleich Endspiel der Handballweltmeisterschaft, das geht? In der Kirche St. Mariä Empfängnis ja, wenn der Merscheider Männergesangverein und der Kirchenchor einladen. Und vor allem ist die Kirche proppenvoll, wenn Peter Orloff mit seinen Schwarzmeer-Kosaken zu Gast ist. Obwohl, seine Frau verrät es vor dem Konzert, er sehr gern das Endspiel gesehen hätte. Aber Dienst ist Dienst!

Und was für einer: Die elf Choristen sind von erster Qualität, Solisten alle mit Stimmen, die das Kirchenschiff mehr als füllen. Im ersten Teil, den geistlichen Liedern gewidmet, macht sich atemlose Stille breit, wird die Kirche durch die Inbrunst der Stimmen, die gefühlvolle Interpretation wirklich zu einem sakralen Raum. Auch der Kirchenchor von St. Mariä Empfängnis stimmt mit seinem Gesang auf den festlichen Charakter ein. Der Männergesangverein Merscheid zeigt, dass er sich mit seiner Leistung nicht zu verstecken braucht: Lieder für mehrstimmigen Chor, Spirituals, sie fügen sich ohne Abstriche in das Konzept.

Dass die Kosaken auch lustig, erdverbunden sein können, zeigen sie im zweiten Teil mit Folkloristischem.

Orloff lernte am Humboldt-Gymnasium

Peter Orloff ist besonders froh, in Solingen zu gastieren. Wie er in einem Gespräch mit dem ST verrät, ist er hier bei seinen Großeltern aufgewachsen, ein sicheres Nest, wenn die Eltern mit den Schwarzmeer-Kosaken auf Tournee waren. Er hat im Humboldt-Gymnasium die Schulbank gedrückt. Schon damals packte ihn die Liebe zum Gesang. Eigentlich sollte er etwas „Anständiges“ lernen, wünschten sich die Eltern, selbst seit Jahrzehnten in der Musikbranche erfolgreich tätig. Der Sohn studierte Jura. Aber: Die Musik ließ ihn nicht los. Wie Recht er hatte, beweisen seine Welterfolge, die rund 200 Konzerte im Jahr.

In Solingen gastiert er besonders gern. Mit dieser Stadt, so versichert er, verbinde ihn immer noch viel Gefühl. Hier aufzutreten, da kann man auch die verpasste Handball-WM verschmerzen. Vor allem, wenn beides so erfolgreich ausgeht.

 

Kölner Stadtanzeiger vom 29. Januar 2007

Die Pausen-Bar hatte geschlossen

Auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass die Idee einer Chornacht mit großem Erfolg eingeschlagen hatte. Die Stadtkantorei Leverkusen hatte damals regionale Chorvereinigungen für ein gemeinsames Konzert gewonnen. Sie hatte eine Pausen-Bar eingerichtet, an der man sich während der Szenenwechsel unterhalten und erfrischen konnte. Ein durchaus ausgewogenes Programm gab allen Anlass zur Freude.

Sehnsüchtige Blicke
Beflügelt durch den großen Erfolg der nächtlichen Premiere entschloss sich Michael Kristahn, der Leiter der Stadtkantorei, zu einer Neuauflage des Ereignisses. Mit leichten Veränderungen: Der musikalische Schwerpunkt wurde etwas in Richtung Jetztzeit verschoben, und das Programm lief satte zweieinhalb Stunden pausenlos ab; die Bar wurde daher nicht frequentiert, sondern nur von sehnsüchtigen Blicken gestreift.
Das spielte allerdings bei der Eröffnung des Konzerts noch keine Rolle. Die Bach-Motette „Jesu, meine Freude“ gelang der Stadtkantorei ganz ausgezeichnet, wobei die Choräle der Singgemeinschaft den Solisten mehrfach den Rang abliefen. Den Steigerungen aus den formalen Ansprüchen in den sechs Choralversen zeigten sich die Sängerinnen und Sänger angenehm gut gewachsen.
Für die 18 fast ausschließlich senioren Herren des Männerchors 1980 Solingen hatte dessen Leiter, Ralf Leßenich, Getragenes ausgesucht. Die altrussischen Kirchengesänge wärmten die Herzen. Exzellente Ausarbeitungen und Phrasierungen bei Schumann-Gesängen und mitreißende Spirituals, wie das „Jakobs Ladder“ zeugten von höchster Qualität.
Der Chor der Evangelischen Stadtkirche Remscheid war mit einem Programm angetreten, das von den kaum erfüllbaren Ambitionen seiner Leiterin gezeichnet war. Der Auszug aus der Sensoper „Petrus“ machte dem Chor zwar alle Mühe, aber auch Ehre und auf den Komponisten Frederichs neugierig.
Mit großem Vergnügen konnte man dann die „Quirlsingers“ erleben. Die Quirligkeit ihrer Leiterin Susanne Rohland-Stahlke ist scheint’s Namensgeber und Programm. Swing und Glaubensbekenntnisse vereinen die Singer mit bemerkenswertem Rhythmusgefühl. Gelegentlich pirschen sie sich an die richtigen Töne zwar heran, wenn sie aber dort angekommen sind, wird’s köstlich.
Vor dem gemeinsamen Abgesang aller Chöre warb das „Gospelprojekt Heckinghausen“ noch engagiert und poppig um „kirchendistanzierte“ Bürger. Nach dem Applaus zu schließen gab’s unter den Zuhörern keinerlei Distanziertheit.